Geschichte des Snowboards

Der Beginn der Entwicklung des Wintersportgeräts "Snowboard" schreibt man dem Jahr 1970 zu. Allerdings kann bei der Geschichte des Snowboards bereits 70 Jahre zuvor begonnen werden. Denn im Jahr 1900 erfand ein Österreicher namens Toni Lenhardt den sogenannten "Monogleiter", welchen man als einen der ersten Vorläufer des Snowboards bezeichnet. Der Monogleiter wurde populär, weshalb nur 14 Jahre später entsprechende Wettbewerbe mit diesem Gleiter ausgeführt wurden. Zwei US-Amerikaner – beide leidenschaftliche Surfer – experimentierten im Jahr 1963 daran, wie man mithilfe von alten Türen oder Holzbrettern das Gefühl des Surfens auch auf ähnlichen Fahrten über Schnee übertragen könnte. In dem bereits angesprochenen Jahr 1970 kam dann Dimitrije Milovich auf die Idee, Stahlkanten an den Seiten des Holzbretts anzubringen, welche eine stabilisierende Funktion hatten. Damals war diese Idee allerdings eher weniger hilfreich, weshalb sie wieder in Vergessenheit geriet. 1972 entwickelte Jake Burton die Bindung weiter, denn er montierte Gummiriemen als Fußschlaufen auf dem Board, welche verstellbar waren und zudem die Standsicherheit verbesserten.

Die Produktion des Snowboards begann drei Jahre später in Utah durch besagten Milovich unter der Bezeichnung "Winterstick". Im Jahr 1976 gründete Jake Burton zunächst seine Firma "Burton Snowboards" und begann im darauf folgenden Jahr, eine Kleinserie von seinen eigenen Snowboards zu produzieren – der Preis, welchen er dafür verlangte, war jedoch zu hoch. Ebenfalls 1977 entwickelte Tom Sims ein Board, das aus verleimten Holzschichten bestand. Dieses Snowboard konnte wesentlich besser vermarktet werden, da es leichter herzustellen war und somit auch günstiger vertrieben werden konnte. Benutzer der damaligen Snowboards waren jedoch vor ein Problem gestellt: Zu dieser Zeit waren Snowboarder eher unerwünscht in Skigebieten, weshalb sie nach einer Abfahrt die Hänge wieder hinaufsteigen mussten. Im Jahr 1980 verwendeten Winterstick, Sims und Burton mit den "P-Text-Belägen" erstmals neue Technologien, die bei der Herstellung von Skiern zum Einsatz kamen. Dadurch wurde erreicht, dass die Boards deutlich besser kontrolliert werden konnten. Die USA lag zu diesem Zeitpunkt bei der Produktion von Snowboards ganz klar vorne – zwar begann diese auch in Europa, die dort hergestellten Snowboards konnten allerdings nicht mit denen aus den USA mithalten. Durch Experimente in Deutschland einige Jahre später wurde der Vorteil von Stahlkanten bei der Steuerung wieder präsent und nur kurze Zeit später besaßen auch die meisten Snowboards wieder Stahlkanten.

Im Jahr 1982 wurde die erste Snowsurfing-Meisterschaft organisiert, bei der zum ersten Mal Snowboarder aus ganz Amerika gegeneinander antraten. Hierauf wurden auch die Medien aufmerksam und das Thema "Snowboard" wurde zum ersten Mal in der landesweiten Berichterstattung behandelt. Der erste Wettbewerb in Europa fand drei Jahre später im Schnalstal in Südtirol statt. Im selben Jahr wurden des Weiteren erstmals die Softboots entwickelt. Die speziellen Schuhe sind an die Belastungen eines Snowboarders angepasst. Nur ein Jahr später zogen die europäischen Hersteller von Snowboards mit den Konkurrenten aus Amerika in puncto Entwicklung und Technik gleich. 1989 wurden Sicherheitsbindungen entwickelt, wodurch die Verletzungsgefahr beim Snowboarden gesenkt werden sollte, da es sich hierbei doch um einen recht unsicheren Sport handelte. Auch die Wintersportgebiete passten sich in den darauf folgenden Jahren langsam an die "neue" Benutzung an. 1995 beschloss das Internationale Olympische Komitee, dass Snowboarden in das Wettkampfprogramm aufgenommen wird.